Frankreich hat offenbar die Lieferung von Meteor-Luft-Luft-Raketen an Ägypten freigegeben. Die Raketen sollen für ägyptische Rafale-Kampfjets bestimmt sein und dem Land erstmals moderne Fähigkeiten für Luftkämpfe über große Entfernungen geben.
Gleichzeitig soll die französische Luftwaffe selbst nur über einen Vorrat für etwa einen Tag intensiver Kampfeinsätze verfügen. Auch die Ukraine benötigt die weitreichenden Luft-Luft-Raketen dringend für ihre künftigen Gripen-Kampfjets. Damit verschärft die mögliche Lieferung die Frage, wie viele Meteor-Raketen für andere Abnehmer verfügbar bleiben.
Wie viele Meteor-Raketen Ägypten erhalten soll und wann sie geliefert werden, ist bislang nicht bekannt. Offen ist auch, ob die Vereinbarung französische Lieferungen an die Ukraine tatsächlich verzögern könnte. Eine konkrete ukrainische Bestellung oder ein fest zugesagtes Kontingent wird nicht genannt.
Ägypten verfügt derzeit über 54 Rafale. Eine mögliche weitere Bestellung von 24 Maschinen könnte die Flotte auf insgesamt 78 Flugzeuge vergrößern.
Die Meteor ist ein europäischer Luft-Luft-Lenkflugkörper für den Kampf außerhalb der Sichtweite. Mit der Waffe könnte Ägypten Luftziele auf große Entfernung bekämpfen. Bislang setzt die ägyptische Luftwaffe auf ihren Rafale vor allem Raketen der Mica-Familie ein.
Die Lieferung würde zudem eine Lücke in Ägyptens großer F-16-Flotte schließen. Die USA haben Kairo über lange Zeit keine Freigabe für den Einsatz moderner AIM-120-AMRAAM-Raketen auf den amerikanischen Kampfjets erteilt.
Stattdessen stehen den ägyptischen F-16 unter anderem ältere AIM-7-Sparrow-Raketen zur Verfügung. Diese müssen während des Anflugs weiter vom Radar des startenden Flugzeugs geführt werden. Die Meteor verfügt dagegen über einen eigenen aktiven Radarsuchkopf für die Endphase und bietet dem Piloten dadurch mehr taktische Möglichkeiten.
Die USA haben Ägypten inzwischen zwar AIM-120-Raketen für das bodengestützte Luftverteidigungssystem Nasams erlaubt. Eine entsprechende Freigabe für den Einsatz von AMRAAM auf ägyptischen F-16 besteht jedoch weiterhin nicht.

Die Ukraine soll künftig 32 Gripen-Kampfjets erhalten: zunächst 16 Maschinen der Version C/D und später 16 Gripen E. Für diese Flugzeuge ist die Meteor eine wichtige mögliche Bewaffnung für weitreichende Luftkämpfe.
Frankreich liefert die Raketen jedoch nicht nur an Ägypten. Deshalb stellt sich die Frage, ob die ägyptische Vereinbarung Auswirkungen auf die Verfügbarkeit für die Ukraine haben könnte.
Die zunehmende militärische Zusammenarbeit Ägyptens mit China wirft zudem Fragen zum Umgang mit der Lieferung auf. Bei der Luftwaffenübung „Eagles of Civilization 2026“ trainierten ägyptische Rafale gemeinsam mit chinesischen J-16-Kampfjets.
